Schwarz von Stephen King - Der Anfang einer langen Reise

Lange ist es her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Die Erinnerungen verblassen nach und nach, aber den gewaltigen Eindruck, den dieses Buch bei mir hinterließ, werde ich nicht so schnell vergessen.

Es wird also sicherlich nicht die ausführlichste und detailreichste Kritik. Mir liegt aber sehr viel daran euch diese Buchreihe ein wenig näher zu bringen.



Schwarz ist der erste Teil der Saga um den "Dunklen Turm" und zugleich war es auch mein erster King überhaupt. Wenn man einen Autor kennen lernen möchte ist es vielleicht nicht immer die beste Idee mit einer Reihe zu beginnen die 7, mittlerweile sogar 8, Romane umfasst.

Aber ich habe es gewagt.


Roland ist der letzte seiner Art, der letzte Revolvermann und als Leser begibt man sich mit ihm gemeinsam auf die Suche nach dem Dunklen Turm. Eine Suche die mit einem der besten Eingangssätze beginnen soll:
"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm".
Wenn man sich diesen Satz mal laut vorliest, kann man vielleicht verstehen warum ich damals für einen kurzen Moment den Atem anhielt, als ich die ersten Zeilen von Schwarz las.

Im ersten Teil der Saga steht Rolands Verfolgung des Mannes in Schwarz und seine Begegnung mit dem kleinen Jack im Vordergrund. Für die weiteren Episoden und damit den weiteren Verlauf seiner Reise, sollen beide noch eine bedeutende Rolle spielen.
Aber erst einmal wird der Leser auch mehr über Roland erfahren.
Auf verschiedenen Zeitebenen gewährt King nun erste Einblicke in Rolands Vergangenheit. Damit lernt man Roland näher kennen, mit all seinen Gedanken und mit all seiner Härte.
Natürlich steht Rolands Charakterentwicklung hier noch weit am Anfang, aber King macht ihn, bereits nach der Hälfte des Buches, unglaublich greifbar für den Leser. Eine hervorragende Charakterzeichnung.
Die verschiedenen Zeitebenen sorgen allerdings, das ein oder andere Mal, für eine leichte Desorientierung. Ich musste mich manchmal fragen, wie und wo wir uns denn nur gerade befinden.
Lange Lesepausen zwischendrin sind bei diesem Roman daher eher ungünstig und können für große Verwirrung sorgen.

So brillant wie King die Charaktere gezeichnet hat, so langatmig gestaltet sich leider an manchen Stellen seine Führung durch die Geschichte.
Er kann schreiben, darüber würde ich gar nicht diskutieren. Aber manchmal gerät er ins Schwafeln und braucht eine gefühlte halbe Ewigkeit, um auf den Punkt zu kommen.
Als Leser braucht man dafür, an so manchen Stellen in der Geschichte, ein gutes Durchhaltevermögen.

Doch der lange Atem soll belohnt werden mit einer so fantastischen unwirklichen Geschichte mit ihren skurrilen, teils bizarren, Figuren und Charakteren, wie sie nur von King geschaffen werden können.


Fazit: Keine leichte Kost, keine Lektüre für zwischendurch oder den Sommerurlaub und nichts für Zartbesaitete. Wer aber auf finstere Fantasy steht und mit Stephen King schon Erfahrungen gesammelt hat, für den ist das genau das Richtige.
Soll es der erste King sein, dann ist das durchaus ein Wagnis, wie ich finde. Immerhin beginnt man damit die 8-teilige Saga des "Dunklen Turms", die ein enormes Durchhaltevermögen fordert.


Habt ihr vielleicht schon erste Erfahrungen mit King Romanen gesammelt? Oder vielleicht sogar schon mit dem "Dunklen Turm"? Lasst es mich wissen.



"I will return"
Dincs


Kommentare:

  1. Großartige Reihe, großartiges Buch, großartiger Autor. Wer glaubt King könne nur Horror der irrt gewaltig. Eine krude Mischung aus Western, Fantasy, Drama und, ja natürlich auch, Horror.

    In einem Punkt muss ich dieser Rezension allerdings wiedersprechen. Der Roman ist alles andere als langatmig. Und King schwafelt in diesem Buch auch bei weitem noch nicht. Später, ja da wurde es nicht selten schwafelig und ausufernd. Wie ich mich trotz genialer Story durch das 4te und vor allem 5te Buch kämpfen musste, auch das schafft nur ein King.

    Trotzdem ich die Reihe mehr als lesenswert. Und wer glaubt, der Herr der Ringe sei DIE ultimative Fantasy-Saga, der kennt den Turm einfach nur noch nicht.

    In diesem Sinne wünsche ich lange Tage und angenehme Nächte.

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    1. Ach ich fand dieses Buch auch schon ab und an langatmig.
      Aber es stimmt schon."Schwarz" ist aus dieser Reihe auch noch eins der schmalsten Exemplare und damit noch nicht das "Non plus ultra" der Langatmigkeit. ;)
      Man sollte jedoch wissen worauf man sich da auch zukünftig einlässt!

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  2. "Schwarz" ist wirklich ein toller Auftakt! Ich habe die Teile 1-7 jetzt schon mehrmals gelesen. Ein wirklich episches Werk! :)

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