Hannibal (Staffel 1) - finster, makaber und hübsch

Zur Zeit gibt es so wahnsinnig viele Serien, die unglaublich gut sein sollen. Erste Bilder, erste Meinungen und Trailer versprechen da so wahnsinnig viel, dass man sich kaum entscheiden kann bei welcher man jetzt anfängt.
Aber Entscheidungen müssen getroffen werden und in diesem Fall war es Hannibal!

Ein wirklich vorzeigbarer Cast, eine finstere Story und bereits der erste Trailer versprach eine grandiose Optik.
An dieser Stelle kann man sich vielleicht vorstellen wie hoch meine Erwartungen geschraubt wurden, nämlich verdammt hoch!
Doch genau diese immens hohen Erwartungen können dazu führen, dass man am Ende vielleicht doch maßlos enttäuscht wird. Werden sie aber erfüllt, schaut man vielleicht die Serie seines Lebens.
Erwartungen bringen daher ihre Vorteile, aber auch Nachteile mit sich.

Wie sah das jetzt letztendlich bei Hannibal aus? Konnte sie meine Vorfreude befriedigen? Hielt sie ihr optischen Versprechen? Hielt sie meinen hohen Erwartungen stand?


Will Graham leidet unter absoluter Empathie, weshalb ihn Jack Crawford, der Direktor der Behavioral Analysis Unit, darum bittet einige Mordfälle mit ihm aufzuklären. Durch seine Gabe kann er sich in die Denkweise der Killer hineinversetzen und kann so den Tathergang rekonstruieren.
Als Will jedoch zunehmend die Kontrolle über seine Gedanken verliert, plagen ihn Alpträume und er beginnt zu schlafwandeln. Seine Zusammenarbeit mit Crawford gestaltet sich immer schwieriger.
Der renommierte Psychiater Hannibal Lecter soll ihm dabei helfen seine Gedankenwelt wieder zu ordnen und wird ihn bei einigen Ermittlungen unterstützen.
Lecter verbirgt allerdings ein grausames Geheimnis, dass nicht nur für Graham eine große Gefahr ist.


Wer Hannibal ist und was für ein Geheimnis er hütet, ist womöglich ziemlich vielen bereits bekannt. Allein durch Das Schweigen der Lämmer, die wohl bekannteste Hannibal-Verfilmungen, erlangte die Figur einen unglaublich hohen Bekanntheitsgrad. Seitdem sollte eigentlich jeder wissen, wer Hannibal Lecter ist!
Doch wenn die Geschichte und ihre Figur bereits so bekannt sind, kann dann überhaupt noch etwas neues und spannendes erzählt werden?
Die Serie schafft quasi eine Brücke zwischen Hannibals Jugend und seiner Festnahme. Damit wird durchaus etwas neues erzählt, sofern die Buchvorlage einem nicht bekannt ist.
Aber spannend? Da kommen wir leider schon zu dem ersten Manko der Serie.
So interessant und hübsch auch alles inszeniert wurde, der Spannungsbogen wird nie so recht aufgespannt.

Optisch ist findet hier ab Folge 1 ein reinstes Feuerwerk statt. Ein finsterer, kalter und düsterer Stil, der eine tolle Atmosphäre schafft.
Auch schauspielerisch kann sich Hannibal wirklich sehen lassen. Der Cast ist mit Laurence Fishburne und Mads Mikkelsen nicht nur ziemlich bekannt sondern auch noch sehr gut ausgewählt. Allen voran Mikkelsen als Hannibal. Er ist einfach großartig, mehr kann man dazu gar nicht sagen!
Leider hatte ich mit Hugh Dancy als Will Graham in so mancher Szene ein paar Differenzen, da er mir teilweise zu aggressiv dargestellt wurde. Klar spielt da ein wenig die Psyche der Figur mit rein, aber so manches Mal fiel es mir leider unangenehm auf.
Wenn man aber bei dieser Serie an dem Schauspiel meckert, dann auf recht hohem Niveau. Von groben Schnitzern oder mittelmäßigen Leistungen ist das hier ziemlich weit entfernt.


Nur leider kann das Schauspiel noch so grandios sein, hat die Story keinen guten Aufbau so zündet sie auch nicht. Womit wir auch wieder bei der "Spannungs-Problematik" sind.
Auf mich wirkte alles ein wenig wirr. Der rote Faden wird aufgebaut und dann doch wieder ein paar Folgen lang liegen gelassen. Die Monster der Woche, so gut wie sie auch konstruiert wurden, wirken manchmal verwirrend und irgendwie fehl am Platz.
Der Storyaufbau schien unausgereift. So als ob niemand mehr zur Kontrolle drüber gelesen hätte. Meine Vermutung ist daher auch, dass genau das auch das Problem der fehlenden Spannung bedingt.
Das zerreißende Gefühl nach einer Folge blieb sehr sehr häufig aus.
Es war wieder eine Serie, die ich nicht ihrer Spannung wegen beenden möchte. Ich möchte sie zwar zu Ende schauen, aber ob ich das jetzt oder erst 2 Wochen später mache spielt hier für mich leider keine Rolle.

Aber nun sollte ich genug gemeckert haben.
Aufgrund meiner wirklich hohen Erwartungen, bin ich einfach sehr viel kritischer an diese Serie heran gegangen. Vermutlich konnte sie genau deshalb, an den noch nicht ganz ausgereiften Stellen, nur verlieren. Meine Hoffnung liegt jetzt natürlich in der zweiten Staffel, in der vielleicht der ein andere Fehler nicht noch einmal gemacht wird.


Fazit
Trotz meiner Meckerei, verteile ich hier dennoch eine klare Empfehlung!
Hannibal ist ein optisches Fest mit einem nicht ganz ausgereiftem Stroyaufbau.
Das ein oder andere mal ist auch ein wenig Durchhaltevermögen gefragt, da der Spannungsbogen bei fast null stehen bleibt. Aber bei nur 13 Folgen sollte das eigentlich zu keinem großen Problem werden.
Nichts für Zartbesaitete aber für alle anderen definitiv Sehenswert und mit nicht allzu hohen Erwartungen vermutlich auch mehr als das.



"I will retun"
Dincs



Kommentare:

  1. "Nichts für Zartbesaitete..."

    Vor allem das sei nochmal hervorgehoben. Die Serie ist teils ultrahart, SEHR brutal und makaber. Optisch aber in der Tat ein Fest. Spannung kam auch für mich nur in einigen Folgen auf, bin aber noch nicht ganz durch, und jetzt zum Ende wird es, zumindest ein klein wenig, besser.

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    1. Spannung auf den allerletzten Metern kann allerdings, gerade bei einer ganz frischen Serie, riskant sein.

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