Enslaved: Odyssey to the West - mein "erstes Mal" mit der XBox

Das erste Mal...?! Wohl jeder erinnert sich an erste Male. Nicht an jedes, aber an so manches sicherlich.
Über eines meiner ersten Male möchte ich euch an dieser Stelle gern erzählen.

Als ich in diesem Jahr meine eigene Xbox bekam, war es um mich geschehen. Ich wollte und will sie nicht mehr hergeben, auch wenn sie seit vorletzter Woche eigentlich schon wieder veraltet ist.
Mit meinem neuen Heiligtum sollte ich natürlich auch ein ganz besonderes erstes Mal erleben: das erste Spiel, dass ich von Anfang bis Ende durchzocke auf MEINER 360 ;) -> Enslaved!
Aber nicht nur aus diesem emotionalen Grund möchte ich euch gern mehr über dieses Spiel erzählen.
Enslaved ist zumeist nicht nur ein ziemlich unterschätztes, sondern auch recht unbekanntes Abenteuergame. Weshalb es einer dringenden Aufklärung, mithilfe einer Kritik, bedarf.



"In 150 Jahren hat sich die Welt bis zur Unkenntlichkeit verändert. Die Menschheit stirbt aus und gnadenlose Maschinen, aus längst vergangenen Kriegen, beherrschen das Bild."
Das umreißt das Setting dieses Spiels wohl am besten.
Die Natur erobert nach und nach ihren Raum zurück, Gefahren durch Maschinen lauern hinter jeder Ecke und die Welt wird beherrscht von einer absoluten Menschenleere.
Aber so ganz allein wird man natürlich nicht durch diese Welt reisen, denn der Spieler wird in die Rolle von Monkey schlüpfen und bekommt noch eine wirklich niedliche Begleitung, namens Trip, zur Seite gestellt.



Das gesamte Setting wirkt in den ersten Momenten immer sehr ruhig und friedlich. Bei der Gestaltung hat man eine sehr gute Mischung aus Natur, klassischen Gebäudeelementen und futuristisch angehauchten Details hergestellt. Doch die ruhige und friedliche Atmosphäre wird immer wieder durch, mal mehr mal weniger, große "Monstermaschinen" gestört.
Zwischen den Kämpfen und inmitten des atmosphärischen Settings, gilt es aber auch, immer mal wieder, seinen Grips einzusetzen. Dieses Spiel läuft nicht nach dem üblichen Schema "durchrennen -kämpfen -durchrennen" ab, denn es stellt den Spieler immer wieder vor Rätsel, ohne deren Lösung es kein Weiterkommen gibt.
Somit wurde es mir nie langweilig, aber es stellte mich auch nicht vor gar unlösbare Aufgaben (ein zwei Ausnahmen bestätigen immer die Regel ;) ).




Obwohl Monkeys Steuerung ein paar Schwächen aufweist und damit etwas gewöhnungsbedürftig zu handhaben ist, war er mir vom ersten Moment ziemlich sympathisch. Mit ihm zog ich doch nur zu gern durch diese neue und gefährliche Welt.
Doch damit er sich nicht ganz so einsam bei seiner Reise fühlt, haben die Spielemacher ihm einen niedlichen Sidekick an die Hand gegeben: Trip. Sie will zurück in ihr Heimatdorf, um ihre Familie zu retten, doch dafür braucht sie Hilfe. Monkey ist in diesem Moment der wohl beste Begleiter, aber auch der einzige an dieser Stelle. Trip entscheidet sich also kurzerhand dazu ihn mit einem "Stirnband" an sich zu binden, wodurch er letztlich nicht ganz freiwillig zu ihrem Beschützer wird.
Auch wenn Trip mich anfangs ein wenig nervte, so sorgte diese Bindung für eine ganz besondere Spannung, die es zuließ sich als Spieler noch mehr in die Charaktere einzufinden und die emotionale Beziehung zwischen Monkey und Trip noch greifbarer machhte.

Auch wenn dieses Spiel, dessen Geschichte durch Die Reise nach Westen von Wu Cheng'en inspiriert wurde, mittlerweile drei Jahre auf den Buckel hat, bereitete es mir absoluten "Zockerspaß". Natürlich ist die Grafik, mit diesem Alter, nicht mehr die neuste, und damit auch nicht die beste, aber das trübt seine Atmosphäre in keinster Weise.

Fazit
Ein schon etwas älteres aber brillantes Spiel, dass mir durch seine Charaktere nach und nach immer mehr ans Herz gewachsen ist. Das kleine Manko der Steuerung, macht es durch seine atmosphärische Stimmung schnell wieder wett. Ein Abenteuer mit Herz und ein wenig Kampf.
Häufig unterschätzt und letztlich leider auch nie fortgeführt, ist Enslaved dennoch, oder gerade deswegen, eine absolute Pflichtempfehlung!


"I will return"
Dincs

Kommentare:

  1. Toller Beitrag! Das Spiel hat mir auch besonders gut gefallen und der Soundtrack war einfach klasse! :)

    Lg

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    1. Dankeschön :) es freut mich doch immer wieder zu hören, dass doch noch ein/zwei Leute mehr dieses Spiel kennen!

      Liebe Grüße

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  2. In der Tat ein tolles Spiel. Rückblickend blieb auch nicht die (manchmal) schlechte Steuerung, sondern die tolle Geschichte bei mir hängen. Die angedeutete Romantik zwischen den beiden war wirklich süß.

    Allerdings muss ich dir wiedersprechen, dass das Spiel grafisch "alt" ist. Ich finde das von Pflanzen überwucherte New York schaut genial aus.
    Und auch die Figuren, besonders die Mimik ist sehr gut geworden. Ist aber auch kein Wunder, da Monkey ja von Andy Serkis gespielt wurde, also alles per Motion Capturing gemacht wurde.

    Ursprünglich sollte es ja eine Fortsetzung geben... :(

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    1. Ich wollte damit nicht sagen, dass die Grafik irgendwie "grafisch alt" und damit "schlecht" ist. Allerdings muss man schon ehrlich sein, auch wenn die Grafik gut ist, so wirkt sie neben den heutigen Grafikmonstern wirklich "alt".
      So gut wie Grafik auch ist, so finde ich trotzdem, dass man diesem Spiel ein wenig sein Alter ansieht.

      Schöne Grüße

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  3. Schönes Ding!
    Ja die Grafik ist schon was angestaubt. Für mich verhält es sich bei dem Spiel aber ähnlich wie bei Deus Ex: Human Revolution. Beide Spiele sind eigentlich verhältnismäßig gut gealtert. Bei Deus Ex war es ein Farbfilter der es bist heute schick macht, hier fand ich die allgemeine Nutzung der Farbe in den Umgebungen einfach richtig schön.

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